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Glossar für den Auto-Schlüsseldienst

110 Begriffe der Schlüsselprogrammierung in einfacher Sprache erklärt: Transponder-Chips, Wegfahrsperren-Systeme, Fernbedienungen, Lishi-Picken und Programmierausrüstung.

Programmieraufträge & Konzepte

AKL
All Keys Lost — Programmieren eines neuen Schlüssels, wenn der Besitzer KEINEN funktionierenden Schlüssel mehr hat. Schwieriger als Add Key; benötigt oft OBD- oder EEPROM-Zugriff.
Add Key
Programmieren eines zusätzlichen Schlüssels, wenn der Besitzer noch mindestens einen funktionierenden Schlüssel hat. Der einfachste Programmierauftrag.
OBP
On-Board Programming — eine werkstattähnliche Schlüssel-Anlernsequenz, die mit vorhandenen Schlüsseln / Zündzyklen ohne Diagnosegerät durchgeführt wird.
EEPROM
Ein Speicherchip in einem Steuergerät (Wegfahrsperre/BCM). Das Auslesen seines Dumps erlaubt dem Schlüsseldienst, den PIN zu rekonstruieren oder einen Schlüssel auf der Werkbank zu programmieren.
Cloning
Kopieren eines vorhandenen Transponders auf einen Rohling, sodass das Auto einen identischen Schlüssel erkennt. Funktioniert nur bei klonbaren (nicht rollierenden) Chips.
Virgin key
Ein leerer, nie programmierter Schlüssel/Funkschlüssel, bereit zum Anlernen an ein Auto.
Pre-coded key
Ein Schlüssel, der vom Lieferanten bereits geschnitten und/oder teilweise auf eine bestimmte VIN codiert wurde, sodass der Schlüsseldienst nur noch die Programmierung abschließt.
Dealer key
Ein vom Vertragshändler gelieferter/programmierter Schlüssel, in der Regel teurer als ein Aftermarket-Schlüssel vom Schlüsseldienst.
Learning mode
Der vorübergehende Zustand, in dem ein Auto einen neuen Schlüssel akzeptiert (anlernt) — ausgelöst per Gerät, Zündsequenz oder PIN.
Sync
Neukopplung einer Fernbedienung, damit ihr Rolling-Code-Zähler wieder mit dem Auto übereinstimmt, nachdem er außerhalb der Reichweite verstellt wurde.
Emergency start
Notlauf zum Starten eines Smart-Key-Autos bei leerer Funkschlüssel-Batterie — meist hält man den Funkschlüssel an eine markierte Stelle (Startknopf, Lenksäule, Becherhalter).

Transponder-Chips

Transponder
Der passive elektronische Chip im Schlüsselkopf. Die Wegfahrsperre versorgt ihn und liest seine ID, bevor sie das Starten erlaubt. Keine Batterie nötig.
Crypto chip
Ein Transponder, der auf eine Challenge mit einer verschlüsselten Antwort reagiert (rollierend), sodass er nicht einfach kopiert werden kann. Gegenteil eines Fixed-Code-Chips.
Fixed-code chip
Ein älterer Transponder, der immer dieselbe ID zurückgibt — leicht zu klonen. (z. B. 4C, 4D fixed.)
ID46
Sehr verbreiteter Philips/NXP-Crypto-Transponder (PCF7936/7941). Honda, GM, Chrysler, Hyundai/Kia und viele mehr.
PCF7936
Die Chip-Teilenummer hinter "ID46". Dasselbe — nur andere Bezeichnung.
PCF7945 / PCF7953
NXP-Smart-Key-Transponder-ICs (HITAG2- / HITAG-Pro-Familien), in vielen Proximity-Funkschlüsseln verwendet.
ID47
HITAG3- / PCF7938-Crypto-Chip — Honda, Hyundai/Kia ab 2014. Höhere Sicherheit als ID46.
ID48
Megamos-Crypto-Transponder — VW/Audi/Seat/Skoda und andere bis ca. 2014. Oft wird ein PIN benötigt.
ID49
HITAG Pro / HITAG-AES-Chip — neuere Ford, Mazda, VW Group. Schwerer zu klonen.
4A
HITAG-AES-Transponder (auch ID4A/8A) — Honda/Acura, Toyota, Hyundai/Kia Smart Keys ab 2015.
4C
Alter Texas-Fixed-Code-Transponder (Toyota, Ford 1990er–2000er). Klonbar.
4D
Texas-Crypto-Transponder-Familie (4D60/4D63/4D70/4D72…). Toyota, Ford, Mazda, Mitsubishi.
4D63
Texas-4D-80-Bit-Transponder — Ford und Mazda (z. B. 6-Schnitt H-Serie). Benötigt ein 80-Bit-fähiges Gerät.
DST40
Texas Digital Signature Transponder, 40-Bit — ältere Toyota/Lexus "Dot"-Schlüssel.
DST80
Texas 80-Bit DST — Toyota/Lexus mittlere Baujahre. Erfordert eine spezielle Autel-/Xhorse-80-Bit-Prozedur.
DST-AES
Texas-AES-Transponder (8A) — neueste Toyota/Lexus "G/H"-Generation der Sicherheit.
G chip
Toyota-Hochsicherheitstransponder (ab ca. 2010), gekennzeichnet mit "G". Kann nicht geklont werden — muss per OBD programmiert werden.
H chip
Toyota-AES-Transponder (ab ca. 2014), gekennzeichnet mit "H". Noch höhere Sicherheit als der G chip.
Megamos
Megamos-Transponder-Familie (ID13/ID48). VW Group und andere; ID48-Versionen benötigen einen PIN.
HITAG2
Weit verbreitete Philips/NXP-Crypto-Familie (ab ca. 2001). VW, Audi, Porsche, BMW, viele Fernbedienungen.
HITAG3
Neuere NXP-Familie (ID47) — höhere Sicherheit als HITAG2.
HITAG Pro
NXP HITAG Pro (ID49) — in neueren Ford und VW Group verwendet; schwerer zu klonen.
HITAG-AES
AES-verschlüsselter NXP-Transponder (4A), in modernen Smart Keys verwendet.
Temic
Ältere Transponder-Marke (8C/11/12), in frühen VAG-, Mercedes- und anderen Modellen zu finden.
Philips Crypto
Sammelbezeichnung für verschlüsselte NXP-/Philips-Transponder (ID33/40/41/42/44/45/46).

Wegfahrsperren-/ECU-Systeme nach Marke

IMMO
Wegfahrsperre — das Diebstahlschutzsystem, das Kraftstoff/Start blockiert, sofern nicht der richtige Chip vorhanden ist.
ECU
Engine Control Unit — der Computer, der den Motor steuert; kommuniziert mit der Wegfahrsperre, um den Start freizugeben.
BCM
Body Control Module — steuert bei modernen Autos Verriegelung, Beleuchtung und oft auch Wegfahrsperre/Schlüsselfunktionen.
PCM
Powertrain Control Module — der Motor-und-Getriebe-Computer (Ford-/GM-Bezeichnung für das ECU).
CAS
Car Access System — BMW-Wegfahrsperren-/Schlüsselmodul (CAS1–CAS4), ca. 2002–2015.
FEM / BDC
BMW Front Electronic Module / Body Domain Controller — Schlüssel- und Zugangsmodul ab ca. 2013.
EWS
Ältere BMW-Wegfahrsperre (vor CAS, ca. 1995–2006).
EIS / EZS
Mercedes Elektronisches Zündschloss (EZS) — das Lenkschloss-/Startmodul, das mit den Schlüsseln gekoppelt wird.
BSI
Built-in Systems Interface — der zentrale Karosserie- und Wegfahrsperren-Computer von PSA (Peugeot/Citroën).
CEM
Central Electronic Module — Volvo-Karosserie-/Wegfahrsperren-Computer.
SKIM / SKREEM
Chrysler/Jeep/Dodge-Wegfahrsperren-Module (Sentry Key). Zum Hinzufügen von Schlüsseln wird ein PIN benötigt.
PATS
Passive Anti-Theft System — die Wegfahrsperre von Ford. Benötigt oft einen "Incode/Outcode" oder PIN.
PASSlock
GM-Diebstahlschutz mit einem Widerstand im Schloss statt eines Transponders. Hat eine 30-minütige Neuanlernzeit.
VATS
Vehicle Anti-Theft System — frühes GM-Schlüsselsystem mit Widerstandspellet.
WFS
Wegfahrsperre — die Wegfahrsperre der VW Group (IMMO 1–5).
KESSY
VW Group Keyless Entry Start & exit System — Proximity-Smart-Key-System.

Fernbedienungen & Smart Keys

RKE
Remote Keyless Entry — eine einfache Fernbedienung (Schließen/Öffnen-Tasten), kann einen Transponder enthalten oder auch nicht.
PEPS
Passive Entry Passive Start — der Funkschlüssel bleibt in der Tasche; das Auto entriegelt bei Berührung und startet auf Knopfdruck.
Smart key
Ein Proximity-Funkschlüssel (PEPS). Kommuniziert per LF/RF mit dem Auto; zum Starten ist kein Metallschlüssel nötig.
Prox
Kurzform für Proximity-Schlüssel (Smart Key).
Push-to-start
Ein Startknopf statt einer Drehzündung — gekoppelt mit einem Smart-Key-System.
Flip key
Ein Schlüssel, dessen Bart per Knopfdruck in den Funkschlüssel einklappt (Klappschlüssel).
RHK
Remote Head Key — ein einteiliger Schlüssel, bei dem Transponder-Bart und Fernbedienungstasten in einem Gehäuse vereint sind.
Valet key
Ein eingeschränkter Schlüssel (oft ohne Fernbedienung/Kofferraumzugang), der Parkwächtern übergeben wird.
FOB
Das Kunststoff-Schlüsselgehäuse, das Transponder, Fernbedienungstasten und (bei Smart Keys) Batterie + Notschlüssel-Bart enthält.
Emergency blade
Der kleine Metallschlüssel im Inneren eines Smart-Funkschlüssels, mit dem die Tür geöffnet wird, falls Batterie/Elektronik ausfallen.

Kennungen & Codes

FCC ID
Die von der US-Behörde Federal Communications Commission vergebene ID auf dem Funkschlüssel — identifiziert die genaue Fernbedienung/den Sender.
IC
Industry Canada ID — das kanadische Pendant zur FCC ID, oft daneben aufgedruckt.
PN
Part Number — die Hersteller-/Aftermarket-SKU für Schlüsselbart, Funkschlüssel oder Gehäuse.
Part Number
Dasselbe wie PN — die Katalognummer, die den genau zu bestellenden Schlüssel/Funkschlüssel/das Gehäuse festlegt.
Blade code
Die Schlüsselrohling-Bezeichnung (Ilco/Silca/JMA), z. B. HU66, HON66, TOY43 — identifiziert Schließkanal/Profil.
Key code
Die Schnittkombination eines Schlüssels, ausgedrückt als Tiefen/Positionen. Erlaubt das Schneiden eines Schlüssels ohne das Original.
Bitting
Die tatsächlichen Tiefenwerte jedes Schnitts auf dem Bart (z. B. 1-3-5-2…).
Cut-to-code
Schneiden eines Schlüssels nach seinem Key Code (per VIN/Schloss ermittelt) statt durch Duplizieren eines vorhandenen Schlüssels.
VIN
Vehicle Identification Number — die 17-stellige Fahrzeug-ID. Wird genutzt, um Key Codes, PINs und den richtigen Schlüssel nachzuschlagen.
NHTSA
US-Verkehrssicherheitsbehörde; ihr VIN-Decoder bestätigt Marke/Modell/Jahr/Ausstattung.

Funk / Frequenz

Frequency
Die Funkfrequenz der Fernbedienung. 315 MHz (USA/Asien), 433/434 MHz (EU/Großteil der Welt), 868/902 MHz (einige). Muss zum Auto passen.
LF
Low Frequency (125 kHz) — versorgt und weckt den Transponder/Smart Key in der Nähe des Autos.
RF
Radio Frequency — das UHF-Band (315/433/868 MHz), über das die Fernbedienung Tasten-/Schließsignale sendet.
UWB
Ultra-Wideband — präziser Kurzstreckenfunk in den neuesten Phone-as-Key- und Anti-Relay-Smart-Funkschlüsseln.
Rolling code
Ein Fernbedienungscode, der sich bei jedem Tastendruck ändert (verschlüsselter Zähler), sodass ein abgefangenes Signal nicht wiederholt werden kann.
Fixed code
Ein alter Fernbedienungscode, der sich nie ändert — leicht zu kopieren. Aus Sicherheitsgründen durch Rolling Code ersetzt.

Schlossmechanik & Picken

Lishi
Marke von 2-in-1-Pick-und-Decode-Werkzeugen, eines pro Schließkanal (HU66, HON66…). Pickt das Schloss und liest die Schnitte aus, um einen Schlüssel anzufertigen.
2-in-1
Ein Lishi-Werkzeug, das das Schloss öffnet UND gleichzeitig die Plättchentiefen decodiert.
Decode
Auslesen der Schnitttiefen des Schlosses (nach dem Picken), damit du einen funktionierenden Schlüssel ohne das Original schneiden kannst.
Wafer
Die flachen, federbelasteten Zuhaltungen in den meisten Autoschlössern (statt Stiften). Lishi-Werkzeuge lesen/bewegen diese.
Pin tumbler
Ein Schloss, das runde Stifte statt Plättchen verwendet — verbreitet bei älteren/europäischen Schlössern.
Disc detainer
Ein Hochsicherheitsschloss mit rotierenden Scheiben (z. B. einige Mercedes/Volvo). Benötigt ein Spezialwerkzeug.
Ein Sperrbalken, der ausgerichtet sein muss, bevor sich der Zylinder dreht — erhöht die Sicherheit bei GM und anderen.
Keyway
Der geformte Schlitz, in den ein Schlüssel eintritt. Sein Profil (HU66, HON66…) bestimmt, welcher Rohling/welches Lishi passt.
Sidewinder
Ein "lasergeschnittener" Schlüssel mit einer welligen, gefrästen Spur in der Mitte des Barts (hohe Sicherheit).
Laser cut
Dasselbe wie Sidewinder — eine in die Bartfläche gefräste Spur statt Schnitten an der Kante.
Edge cut
Ein traditioneller Schlüssel mit Schnitten an der Kante des Barts (die ältere, einfachere Bauart).
Plug
Der drehbare Kern des Schließzylinders, den der Schlüssel dreht.
Cylinder
Der komplette Schließzylinder (Tür/Zündung/Kofferraum), den der Schlüssel betätigt.
Tension
Der leichte Drehdruck, der beim Picken auf das Schloss gehalten wird, damit gesetzte Plättchen gesetzt bleiben.
False set
Ein irreführendes Klicken, das sich anfühlt, als hätte das Schloss geöffnet, aber nicht — verbreitet bei gekerbten/Sicherheitsplättchen.
Blank
Ein ungeschnittener Schlüssel des richtigen Schließkanals, bereit zum Schneiden nach Code oder durch Duplizieren.
CW
Clockwise (im Uhrzeigersinn) — die Drehrichtung des Schlosses (z. B. zum Entriegeln).
CCW
Counter-clockwise (gegen den Uhrzeigersinn) — Schlossdrehung.
Blade
Der geschnittene Metallteil des Schlüssels, der in das Schloss eintritt (getrennt vom Transponder/von der Fernbedienung).

Ausrüstung & Werkzeuge

OBD
On-Board Diagnostics — der 16-polige Anschluss (unter dem Armaturenbrett), über den man mit den Computern des Autos kommuniziert und Schlüssel programmiert.
OBD2
Der standardmäßige OBD-II-Diagnoseanschluss, der bei allen Autos seit ca. 1996 (USA) / 2001 (EU) vorhanden ist.
Autel
Hersteller der Schlüsselprogrammier- und Diagnosegeräte IM508/IM608.
Xhorse
Hersteller der VVDI-Schlüsselwerkzeuge, der Dolphin-/Condor-Fräsmaschinen und Universal-Fernbedienungen.
VVDI
Xhorse-Produktlinie zur Schlüsselprogrammierung (VVDI2, Key Tool Plus/Max).
Lonsdor
Hersteller des Schlüsselprogrammiergeräts K518, stark bei Toyota/Lexus AKL.
OBDSTAR
Marke für Schlüsselprogrammiergeräte (X300-Serie).
Smart Pro
Advanced-Diagnostics-Schlüsselprogrammiergerät (nutzt kostenpflichtige Software-Tokens pro Fahrzeugfamilie).
Dolphin
Tragbare automatische Schlüsselfräsmaschine von Xhorse (XP-005).
Condor
Automatische Schlüsselfräsmaschine von Xhorse (XC-Mini / Condor) für Edge- und Laser-Schlüssel.
PIN Code
Geheimcode, den manche Autos vor dem Hinzufügen eines Schlüssels benötigen — per Gerät ausgelesen, aus der VIN berechnet oder aus dem EEPROM gezogen.
Incode / Outcode
Ford-PATS-Challenge/Response: Das Gerät zeigt einen Outcode, ein Dienst liefert den passenden Incode zurück, um den Schlüssel-Anlernmodus zu starten.
Token
Ein kostenpflichtiges Software-Guthaben, das manche Geräte (Smart Pro, bestimmte Autel-Funktionen) pro Programmierauftrag verbrauchen.

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